Rettungskonzept Pfingstkirche Friedrichshain !

Ausbau, Konzeptionen, Schule, Umbau, Wohnen

NUTZUNGSSTUDIE ZUR RETTUNG DER PFINGSTKIRCHE IN BERLIN-FRIEDRICHSHAIN
unter kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten

„Von dem Verlust, der die deutsche Kulturlandschaft bedroht, hat sich die Öffentlichkeit noch keine Vorstellung gemacht.
Ein Bildersturm fegt über das Land“  Wolfgang Pehnt

 

Grundlage

Angefragt von dem Ausschuss „Gebäudenutzung der Gemeinde Pfingst“ sind wir nach Sichtung des Planmaterials und in guter Kenntnis des Gebäudes und seines Zustandes zu zwei einfachen wie genialen Ideen zur Rettung des Gebäudes gekommen:

Idee 1

Anstatt nach Sekundärnutzungen für das unglaubliche Raumvolumen des überhöhten Kirchenschiffs zu suchen, haben wir das Erdgeschoss des Kirchenraumes abgetrennt und darin eine Turnhalle mit beinahe Ausmaßen einer Einfeldsporthalle geplant (in Zeiten von durch Flüchtlingsströme belegten Turnhallen ein attraktives Ausgleichangebot für den eh schon unterversorgten Stadtteil Friedrichshain).
Die freitragende Decke über der gut 5 m hohen Turnhalle legt sich auf die Oberkante der vorhandenen Brüstungen der beiden Emporen auf und verbindet sich an der Oberkante mit dem vorhandenen Niveau der Emporen bzw. des im 1. OG befindlichen Turmzimmers. Die vermauerte Apsiswand im Westen wird großzügig geöffnet und belichtet die Turnhalle auf natürlichem Wege. Im nördlichen Seitenschiff finden Umkleiden und Geräte Platz. Im südlichen Seitenschiff und der EG-Fläche des Turmzimmers kann sich die benachbarte Ev. Grundschule mit ihrer Mensa einmieten.

Die Kirche wandert im Wesentlichen eine Etage höher auf die neu entstandene Ebene und nutzt hier den erhabenen und kulturell bedeutsamen Kirchenraum mit seinen wunderbaren Maßwerkfenstern in fast vollständiger Größe (geschrumpft um die unteren 6m Höhe und damit energetisch etwas erfreulicher für die Kasse des Nutzers). Die Gemeinderäume und -büros finden sosohl hier als auch in der 2. und 3. Etage des Turmzimmers und der ehemaligen Wohnung Platz.

Die Rückseite der Kirche wurde einst schlicht zugemauert, nachdem die Apsis im Krieg zerstört worden war. Diese schmucklose Schließung wird großzügig aufgeglast und versorgt einerseits die unten liegende Turnhalle als auch die in OG 1-3 befindlichen Mieträume für Musik-, Kunst-, oder Sprachschulen, die zur Minimierung des Kirchenraums abgetrennt werden, mit Tageslicht.

Idee 2

Das dreigeschossige Satteldachvolumen über der Kuppeldecke des Kirchenraumes wird zu Reihenhäusern umgeplant. Das Dachvolumen bleibt dabei quasi unverändert behalten. Zur Belichtung werden lange Belichtungsbänder eingeschnitten, die weder vom Hof noch von der Platzseite aus einsichtig sind, somit das Ensemble aus denkmalpflegerischer Sicht nicht stören. Die Erschließung erfolgt über den Aufzug und das vordere Treppenhaus und dann über Laubengänge. Ein zweiter Rettungsweg wird über eine außenliegende Treppe in den Hof gewährleistet.

Das Wohnen hoch in dem Dachstuhl dieses einzigartigen Gebäudes ist gleichermaßen reizvoll für die Bewohner wie auch lukrativ für die Betreiber. Hier müssen statische Untersuchungen des Bestandes die Intensität der Nutzbarkeit klären.

Flächennutzungskonzept
 Annette Bräuer und Katharina Jester
vorgestellt im Ausschuss Gebäudenutzung
 Mitte Novemer 2015
vorgestellt der Pfarrerin der Gemeinde Pfingst
 Anfang Dezember 2015